Bei Senioren ist die Alzheimer-Krankheit die bekannteste und häufigste Form der Demenz. Es handelt sich dabei um eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der das Gedächtnis nachlässt und andere wichtige psychische Funktionen beeinträchtigt werden. Die Erkrankung beginnt typischerweise mit leichter Verwirrung und Erinnerungsschwierigkeiten, bevor sie dazu führt, dass die Betroffenen wichtige Menschen aus ihrem Leben streichen und sich ihre Persönlichkeit stark verändert. Eine kürzlich im Journal of Alzheimer's Disease veröffentlichte Studie zeigt außerdem, dass Menschen mit Zahnfleischerkrankungen oder unzureichender Mundhygiene ein höheres Risiko für die Alzheimer-Krankheit haben könnten.

Forschung

Forscher der University of Central Lancashire in England unter der Leitung von Dr. St. John Crean und Dr. Sim Singhrao analysierten Proben von Hirngewebe von zehn Demenzpatienten und zehn Nicht-Demenzpatienten. Die Gruppe fand bakterielle Lipopolysaccharide, insbesondere solche für Zahnfleischerkrankungen, in den Proben von vier Demenzpatienten und in keiner einzigen von Nicht-Demenzpatienten.

Da Bakterien durch Routinetätigkeiten - wie Zähneputzen, Essen oder Kauen - ins Blut gelangen können, könnten sie, sobald sie im Blut sind, überall im Körper, auch im Gehirn, verbreitet werden. Die Gruppe stellte die Hypothese auf, dass nach dem Eindringen dieser Bakterien in das Gehirn eine Reaktion des Immunsystems ausgelöst wird, wie im Mund, und Gehirnzellen zerstört werden.

Eine solche Reaktion könnte zu Veränderungen in der Psyche führen, wie sie für die Krankheit charakteristisch sind. Dies könnte eine Rolle bei der Auslösung von Symptomen wie nachlassender Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen spielen. Da es sich um eine kleine Studie handelte, bei der nur das Gehirngewebe von 20 Personen untersucht wurde, ist es möglich, dass der in dieser Studie entdeckte Zusammenhang zwischen dieser Krankheit, Zahnfleischerkrankungen und schlechter Mundhygiene rein zufällig ist.

Fazit

Außerdem besteht das Risiko, dass Menschen, die an dieser Krankheit leiden, auch eine schlechtere Mundhygiene haben als Menschen, die nicht daran erkrankt sind. Aus diesem Grund könnten die in den Gehirngewebeproben dieser Studie vorhandenen Keime eher eine Folge als eine Ursache sein. Weitere Forschungen sind unerlässlich, um festzustellen, ob eine Zahnfleischerkrankung das Risiko einer Person für die Alzheimer-Krankheit erhöhen könnte.